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Nachhaltige Safaris – mit Maika ins Abenteuer Afrika


Im Herzen des Okavango-Deltas, einem der letzten großen Wildnisgebiete Afrikas, bietet Miss Guided Safaris ein einzigartiges Abenteuerkonzept: Geführte Selbstfahrerinnen-Safaris durch die ungezähmte Natur Botswanas. Was als Projekt speziell für Frauen begann, hat sich inzwischen für gemischte Gruppen geöffnet – immer mit dem Ziel, echte Freiheit und Begegnung in der Natur erlebbar zu machen. Gründerin Maika Kretschmer gehört zu den wenigen aktiven weiblichen Safari-Guides im südlichen Afrika. Seit über 20 Jahren ist sie dort unterwegs, kennt die Wildnis wie ihre eigene Westentasche und zeigt ihren Gäst:innen, wie Empowerment, Abenteuerlust und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Im Gespräch mit uns gibt sie spannende Eindrücke in ihre Arbeit, ihr Verständis der Wildnis und wie es ist, als Europäerin in Afrika zu leben.


Maika Kretschmer im Interview

Von der Berliner Business Coachin zur Safari-Guide im Herzen Afrikas: Maika Kretschmer hat ihr Leben radikal umgekrempelt. Nach einem Burnout 2017 verkaufte sie alles, was sie in Deutschland besaß, und suchte ihre neue Heimat in der ungezähmten Wildnis Botswanas. Heute leitet sie mit Miss Guided Safaris ein einzigartiges Safariunternehmen, welches Wert auf echte Erfahrungen in der freien Natur legt – mit Touren speziell für Frauen.

Hinweis: Uns ist bewusst, dass Reisen und Safaris in Afrika oft mit Fragen nach kolonialen Strukturen oder „White Saviorism“ verbunden sind. Bei Maika Kretschmer von Miss Guided Safaris erleben wir, dass sie ihre Arbeit eng mit lokalen Partner:innen gestaltet und großen Einsatz für Umweltschutz zeigt. Uns gefällt, dass sie authentische Einblicke in Botswanas Natur und Kultur ermöglicht – und gemeinsam mit Communities vor Ort nachhaltigen und umweltschonenden Tourismus gestaltet.

Maika, du bist seit über 20 Jahren in Afrika unterwegs. Woher kommt deine Verbindung zu Afrika bzw. Botswana und wie sah deine Zeit in Afrika vor der Gründung von Miss Guided Safaris aus?

Aufgewachsend in den Wäldern im Osten Deutschlands, war ich schon als Kind immer auf Streifzügen durch die Wildnis unterwegs. Ob campen im Tipizelt, Wanderungen mit unserer Kindergang, baden in Waldseen, auf der Lauer liegen, um Wildschweine, Dammwild, Füchse und unsere heimische Tierwelt zu beobachten – das war meine Welt. Afrika hatte ich nie auf dem Schirm. Und dann verliebte ich mich. „Ich überwintere immer in Afrika“, sagte Eddi und fragte mich, ob ich mitkommen wolle. Natürlich wollte ich, jedoch nicht wegen Afrika, sondern wegen ihm. Ich war 21 Jahre alt als ich zum ersten Mal afrikanischen Savannenboden unter den Füßen hatte.

Ich war 21 Jahre alt als ich zum ersten Mal afrikanischen Savannenboden unter den Füßen hatte. Mit einem alten Landrover tingelten wir sechs Monate von Südafrika, nach Botswana, Sambia und Namibia. Ein Abenteuer, das meine Lebensgeschichte eines Tages komplett umschreiben wird.

Mit einem alten Landrover tingelten wir sechs Monate von Südafrika, nach Botswana, Sambia und Namibia. Ein Abenteuer, das meine Lebensgeschichte eines Tages komplett umschreiben wird. In den folgenden 17 Jahren war ich beruflich in einer völlig anderen Welt unterwegs und kam nur als Urlauberin immer wieder nach Afrika zurück. Ich jettete als interkulturelle Trainerin, Executive Business Coach und Kommunikationstrainerin um die Welt. Arbeitete mit Executives und internationalen Teams der größten deutschen Unternehmen, begleitete Menschen auf ihrem Weg „nach oben“ und sah hinter die menschlichen Kulissen. Eine steile Karriere, die ich liebte und die mich geradewegs in einen Burnout führte, an dessen Ende mein Neuanfang stand. 

Gab es einen Schlüsselmoment, der in dir die Liebe zur Wildnis entfacht hat?

Silvester vor 25 Jahren. Auf dieser ersten Afrikareise habe ich meine erste Nacht im Busch verbracht – mit einer geplatzten Flasche Sekt (wegen der holprigen Straßen), whoopende Hyänen in der Ferne und Elefanten, die still an unserem provisorischen Camp vorbeizogen und dem „inner knowing“, wie Glennon Doyle es bezeichnet, dass ich hier an meinem Herzensort bin. Meine Sinne wurden so tief berührt, dass ich noch heute alle Details dieses ersten afrikanischen Sonnenuntergangs vor mir sehe, die knackenden Geräusche des Mopanewaldes dieser Nacht höre, den erdig-frischen Geruch des ersten Regens in der Nase habe (Petrichor) und die schwer fallenden Regentropfen von damals auf meiner Haut spüre. 

Auf dieser ersten Afrikareise habe ich meine erste Nacht im Busch verbracht […] mit dem „inner knowing“, dass ich hier an meinem Herzensort bin.

Diese tiefen Empfindungen brannten sich in einer Weise in meinem Unterbewusstsein ein, dass sie irgendwann mein Leben verändern und ungeahnte Energien freisetzen würden. Das wusste ich damals natürlich nicht. 18 Jahre später, nach einem Burnout, brachen sich diese Energien Bahn und Afrika schrieb meine Lebensgeschichte neu.

Wie bist du auf die Idee gekommen, Safari Guide zu werden und Miss Guided Safaris zu gründen?

Miss Guided Safaris zu gründen war kein bewusstes Vorhaben, sondern ein Ruf, ein Sog, vielleicht eine logische Konsequenz. Ende 2017, nachdem ich meinen Burnout erfolgreich behandelt hatte und mir Gedanken um meine Zukunft machte, gab es das Schlüsselerlebnis: ich lag in der Badewanne, telefonierte mit meiner besten Freundin und stellte mir die Frage, ob ich mit meinem Partner nach Los Angeles ziehen oder „dieses Afrika-Ding“ (was auch immer das war) verfolgen sollte. Nach fast drei Stunden geduldigen Zuhörens platzte es aus ihr heraus und ich bekam einen liebevollen, aber zackigen Anpfiff. Wie ich nur darüber nachdenken könne nach L.A. zu ziehen, wenn mein Herz doch schon seit fast 20 Jahren in Afrika ist. Plötzlich war alles klar.

Ich sprang aus der Wanne, setzte mich in meinem Schaumkleid an den Computer und buchte den nächstmöglichen Guide Kurs. Wo war egal, Hauptsache so schnell wie möglich, bevor ich vom Herz wieder im Kopf landete. 4 Wochen später flog ich nach Botswana ins Okavango Delta. 

Ich lernte so viel wie noch nie, schlief wenig und war trotzdem hellwach, voller Liebe für die Wildnis und mein buntes Leben. Ich war angekommen. Und ich wusste, dass sich mein Leben komplett verändern würde. Nach dem Kurs flog ich zurück nach Berlin, löste unsere Beziehung und gemeinsame Wohnung auf, verkaufte fast alles und flog zurück, um weiter Kurse zu belegen. Nun lernte ich neben Botswanas Flora und Fauna auch noch die Safariindustrie kennen. Ich hatte keinen blassen Schimmer. Eines jedoch war klar wie nie: ich werde genau so in der Wildnis unterwegs sein wie schon immer – im eigenen Allradfahrzeug, wild campen, dem knisternden Feuer und der afrikanischen Nacht lauschen und mit allen Kreaturen auf Augenhöhe sein.

Anders ist nur, dass ich ab jetzt Menschen mitnehme, die Afrika genau so erleben wollen. Ich sah immer wieder Frauen, die so viel an sich zweifelten: „Kann ich das? Darf ich das?“ Und ich wusste: Es braucht einen Raum, in dem sie ihre Kräfte ungefiltert erkennen und im wahrsten Wortsinn „erfahren“ können – ohne Rollenbilder, ohne Schaulaufen. Also habe ich diverse Guide Ausbildungen absolviert, Prüfungen bestanden, mich durch Sand, Schlamm und Selbstzweifel gegraben. Heute ist Miss Guided eine Mischung aus Abenteuer, Lernraum und Gemeinschaft. Luxus neu definiert: Pur. Frei. Selbstbestimmt.

Ich sah immer wieder Frauen, die so viel an sich zweifelten: „Kann ich das? Darf ich das? Und ich wusste: Es braucht einen Raum, in dem sie ihre Kräfte ungefiltert erkennen und im wahrsten Wortsinn „erfahren“ können – ohne Rollenbilder, ohne Schaulaufen.

Was unterscheidet Miss Guided Safaris von anderen Safari-Anbietenden?

Bei Miss Guided Safaris sitzt Du nicht passiv auf der Rückbank, sondern selbst am Steuer des Safariautos – eine schöne Analogie zum Leben. Als mein Gast lernst Du durch Tiefsand und Flüsse zu fahren, lernst Tierverhalten und Spuren lesen, Du fährst selbst an Elefanten, Löwen und Giraffen heran, machst Feuer, entscheidest mit wo und wie lange wir irgendwo stehen bleiben und beobachten. Kein fester Zeitplan, kein Druck, nur dem natürlichen Lauf folgen, Du selbst sein und Spaß haben. Ich bin natürlich für Deine Sicherheit 24/7 da und priorisiere diese immer am höchsten. Auch wenn wir im Sonnenuntergang auf dem Autodach unsere Sundowners trinken. Oft entstehen auf unseren Safaris tiefe Gespräche, echte Verbindung und meist auch eine neue Haltung. Und: Wir sind frech, wild, unperfekt mit einer ordentlichen Portion Busch-Humor. 

Welche Art von Gästen zieht Miss Guided Safaris an? Muss man Vorerfahrung haben?

Unsere Gäste sind meist Frauen zwischen 30 und 70, die den geschützten Raum einer homogenen Gruppe schätzen, Lust haben, über sich hinauszuwachsen und ihren Traum einer authentischen Safari endlich wahrmachen möchten. Viele stehen mitten in Umbruch- und Orientierungsphasen oder sind einfach neugierig auf mehr. Du musst nichts kennen oder können, brauchst keinen Survival-Background, sondern nur einen Führerschein, Respekt vor der Natur und die Bereitschaft, ins Abenteuer zu hüpfen. Wer hier mitfährt, will wirklich erleben.

Als mein Gast lernst Du durch Tiefsand und Flüsse zu fahren, lernst Tierverhalten und Spuren lesen, Du fährst selbst an Elefanten, Löwen und Giraffen heran, machst Feuer, entscheidest mit wo und wie lange wir irgendwo stehen bleiben und beobachten. Kein fester Zeitplan, kein Druck, nur dem natürlichen Lauf folgen, Du selbst sein und Spaß haben.

Wie sieht eine typische Safari mit dir aus?

Typisch ist, dass es nie typisch ist. Klar, es gibt eine Route, aber die Magie liegt in den Momenten dazwischen. Wir starten mit einer Einführung in die Autos, Fahr- und Funkeinweisung. Easy. Ein absolutes Highlight – noch bevor es in den Busch geht – ist ein Flug im offenen Helikopter über das Okavango Delta. Aus spektakulärer Vogelperspektive schauen wir uns an, was wir in den kommenden Tagen auf vier Rädern erleben werden. Ein kleiner Zwischenstopp auf einer Delta-Insel ist obligatorisch und einfach ein Traum. Im Busch starten wir meist nach einem kurzen Frühstück mit einer Pirschfahrt bei Sonnenaufgang, insbesondere um die Raubkatzen in Aktion zu erleben. Wir fahren Offroad, beobachten Wildtiere, fahren Mokoro (traditionelles Einbaum-Boot) oder knattern auf einem Quad Bike über die endlose Salzwüste und suchen die Erdmännchen. Abends sitzen wir zusammen, braten Marshmallows überm Feuer, erzählen Geschichten, lachen Tränen. Je nach Tour übernachten wir in Zelten in der ungezähmten Wildnis oder luxuriösen Lodges. Du wählst wie wild es werden darf. 

Wie gehst du mit brenzligen Situationen um?

Ruhe, Präsenz, Erfahrung. Tiere greifen nicht grundlos an. Sie reagieren. Ich bereite meine Gäste vor, damit jede weiß, was zu tun ist. Die gefährlichste Spezies da draußen ist nicht der Löwe, sondern der Mensch, der zu laut oder zu ungeduldig wird. Also: beobachten, respektieren, klar kommunizieren und den Busch niemals unterschätzen.

Was wünschst du dir von deinen Gästen im Umgang mit Natur und Tierwelt?

Demut. Und die Anerkennung, dass die Wildnis nicht uns gehört, sondern wir nur Gäste sind. Der Respekt vor der Natur ist keine Option, sondern Überlebensstrategie. Wer mit mir reist, lernt, sich einzufügen (in die Natur), statt zu dominieren. Das verändert nicht nur das Naturerlebnis, sondern auch den Blick aufs Leben. 

Die Batswana tragen Geschichten, Erfahrungen und ein Verständnis für das Land in sich, das kein Außenstehender in dieser Tiefe besitzen kann. Als Botschafter der Wildnis sind sie oft die ersten, die Veränderungen sehen: im Verhalten der Tiere, in den Jahreszeiten, in der Vegetation. Sie sind die, die Lösungen entwickeln können, die wirklich funktionieren, weil sie aus dem Leben hier entstehen.

Wie wichtig ist nachhaltiger Tourismus für deine Arbeit?

Nachhaltiger Tourismus ist das Fundament meiner Arbeit und meine Arbeit ist ein kleiner, aber wirksamer Baustein für nachhaltigen Tourismus. Ohne intakte Natur und funktionierende Ökosysteme gibt es keine Safari, keine Tierbeobachtung, keinen Grund (für die meisten) hierherzukommen.

Gleichzeitig ist genau dieser Tourismus, wenn er bewusst gestaltet ist, eine der stärksten Kräfte, um diese Ökosysteme zu schützen: Er schafft Einkommen für lokale Communities, finanziert Schutzgebiete, fördert Bildung und macht Menschen weltweit auf den Wert intakter Wildnis aufmerksam.

Miss Guided Safaris ist eine Schnittstelle: Wir holen Menschen hierher, die bereit sind, Natur auf Augenhöhe zu begegnen, wir arbeiten ausschließlich mit lokalen Partner:innen, investieren in die Menschen direkt vor Ort, denn sie sind die wichtigste Komponente für den Schutz der Wildnis. Der Busch lehrt, dass alles miteinander verbunden ist und genau so sehe ich das Verhältnis zwischen meiner Arbeit und nachhaltigem Tourismus: Das eine kann ohne das andere nicht bestehen. 

Hast du Veränderungen in Botswanas Wildnis beobachtet?

Definitiv! In 8 Jahren, in denen ich in Botswana lebe, ist u.a. die Nashornpopulation durch Wilderei massiv dezimiert worden. Wenn ich die Veränderungen am konkreten Beispiel „Elefanten“ verdeutliche, müssen wir festhalten, dass die Elefantenpopulation zwar stabil geblieben ist, jedoch fördert die ökologische Verdichtung und Verhaltensänderungen der Herden die Zerstörung der gesamten Vegetation. Mensch-Tier-Konflikte lenken die Elefanten-Wanderungen sukzessive um. In landwirtschaftlich geprägten Gebieten weichen Elefanten Konflikten aus und bleiben in „sicheren“ Zonen wie Nationalparks. Dort ist der Druck auf die Vegetation entsprechend höher, obwohl die Gesamtpopulation nicht stark gestiegen ist.

Auch spielt der Klimawandel (spätere, schwächere Fluten im Okavango) eine sichtbare Rolle. Später einsetzende Regenzeiten und veränderte Flutzyklen zwingen Elefanten, längere Zeit in der Nähe permanenter Wasserstellen zu bleiben. Das bedeutet, dieselben Bäume und Büsche werden immer wieder genutzt und irgendwann absterben. Und noch viel stärker fällt die menschliche Landnutzung (Siedlungen, Zäune, Viehzucht) ins Gewicht, da sie die Wanderkorridore komprimieren. Wenn Elefanten weniger wandern können, konzentrieren sie sich länger in denselben Gebieten und das führt zu stärkerem Fraß- und Schälschaden an Bäumen. In Teilen Botswanas hat sich zudem das Verhältnis von Gras- zu Baumvegetation verändert. Wo weniger Gras wächst (z. B. durch Überweidung oder Dürre), fressen Elefanten verstärkt an Bäumen – auch an Arten, die sie sonst nur gelegentlich anrühren. Diese Veränderungen fordern uns täglich heraus und machen unsere Arbeit umso wichtiger.

Wie ist es, als Europäerin in Botswana zu leben und zu arbeiten?

Als Europäerin in Botswana zu leben und zu arbeiten heißt, zwischen zwei Welten zu stehen – ich bin weder Touristin noch Einheimische.

Ich arbeite als Frau in einer männerdominierten Industrie, eingebettet in ein patriarchisches System.
Das ist eine steile Lernkurve.

Ich schätze die Batswana für ihre Zuversicht, Geduld und Gelassenheit. Gleichzeitig fordern mich die kulturellen Unterschiede heraus: Arbeitstempo, Kommunikation, Entscheidungswege. Vieles läuft langsamer, indirekter, weniger effizient als wir es aus Europa kennen. Aber anders heißt nicht schlechter. Es heißt, sich in Geduld und Demut zu üben und anzuerkennen, dass andere Wege oft zu überraschend guten Ergebnissen führen. Das wissen wir zwar alles, doch diese Praxis zu leben, erfordert nicht nur kognitives Wissen, sondern entsprechendes Handeln. 

Natürlich gibt es Herausforderungen: Menschen sprechen mich regelmäßig an, um für mich zu arbeiten, oft ohne die nötigen Kenntnisse. Bildung und Qualifikation liegen nicht auf dem Niveau vieler anderer Länder, selbst nicht in der Region. Das macht es schwerer, wirklich qualifizierte und intrinsisch motivierte Mitarbeitende zu finden. Aber in Botswana habe ich eines gelernt: Es gibt immer eine Lösung. Genau das liebe ich hier. Egal wie groß das Problem scheint, irgendwie findet sich ein Weg.

Welche Rolle spielen lokale Communities in deinem Safari-Alltag?

Communities sind das Herzstück jeder erfolgreichen Naturschutzarbeit. Sie sind nicht nur Nachbarn der Wildnis, sie sind ihre Hüter. Ohne ihre Akzeptanz, ihr Wissen und ihr tägliches Mitwirken gäbe es keine intakten Ökosysteme und keine Zukunft für die Artenvielfalt Afrikas. Wir Menschen – hier in Botswana, ebenso wie jede:r Reisende – sind die Brückenbauer zwischen Tradition und Moderne, zwischen Natur und Wirtschaft, zwischen Afrika und der Welt. Die Batswana tragen Geschichten, Erfahrungen und ein Verständnis für das Land in sich, das kein Außenstehender in dieser Tiefe besitzen kann. Als Botschafter der Wildnis sind sie oft die ersten, die Veränderungen sehen: im Verhalten der Tiere, in den Jahreszeiten, in der Vegetation. Sie sind die, die Lösungen entwickeln können, die wirklich funktionieren, weil sie aus dem Leben hier entstehen.

Die Batswana tragen Geschichten, Erfahrungen und ein Verständnis für das Land in sich, das kein Außenstehender in dieser Tiefe besitzen kann. Als Botschafter der Wildnis sind sie oft die ersten, die Veränderungen sehen: im Verhalten der Tiere, in den Jahreszeiten, in der Vegetation. Sie sind die, die Lösungen entwickeln können, die wirklich funktionieren, weil sie aus dem Leben hier entstehen. All dieses Wissen kann nur durch die interkulturelle Begegnung in die Welt getragen werden. Durch Dich, zum Beispiel! Veränderung beginnt immer mit Menschen. Mit ihrem Willen, ihrem Mut und ihrer Bereitschaft, für etwas Größeres einzustehen. Wenn Communities gestärkt, gehört und respektiert werden, dann kann Naturschutz gelingen und zu einer Bewegung werden, die Generationen trägt – überall auf der Welt.

Was hast du von der Wildnis fürs Leben gelernt?

Es gibt unendliche Bush Lessons, vorausgesetzt wir wollen sie hören. Hier sind meine wertvollsten 11 Lektionen aus der Wildnis: 

Bush Lessons von Maika

  1. Alles hat seinen perfekten Zeitpunkt. In der Wildnis zwingt mich niemand zu Eile. Alles passiert, wenn es reif ist. Die Regenzeit, das Blühen, das Wandern der Herden. Alles folgt einem Rhythmus, den ich nicht kontrollieren kann. Das lehrt mich Vertrauen, dass auch in meinem Leben Dinge dann geschehen, wenn ich bereit dafür bin.
  2. Nichts ist sicher oder planbar und dadurch immer sicher und genau richtig. Der Busch hält sich nicht an unsere Kalender. Pläne sind Vorschläge. Unberechenbarkeit wirken auf viele Menschen bedrohlich, bis sie merken, dass genau darin die Sicherheit liegt: im Vertrauen, dass jeder Moment genauso sein darf, wie er ist. Da bin ich zum Glück schon lang herausgewachsen.
  3. Unser Gehirn warnt uns permanent, erfindet Ausreden, reguliert. Doch der Instinkt ist unser wertvollster Ratgeber. Im Busch kann mich Grübeln lähmen, gar lebensbedrohlich gefährden. Instinkt hingegen ist klar, direkt und ehrlich. Er ist die Sprache, in der die Wildnis mit uns spricht und die wir wieder lernen sollten, zu hören.
  4. Mut folgt dem Handeln, nicht umgekehrt. Man wartet nicht, bis man keine Angst mehr hat, um loszugehen. Man geht los und merkt unterwegs, dass man es kann. Das gilt beim Überqueren eines Flusses mit Krokodilen genauso wie bei jedem großen Schritt im Leben.
  5. Die Natur hat für jede:n die perfekte Botschaft. Wer aufmerksam zuhört, findet in einem Vogelruf, im Geräusch von Wind im Gras oder im Blick eines Elefanten genau die Erinnerung, die er gerade braucht. Die Wildnis spricht individuell, man muss nur still genug werden, um sie zu verstehen.
  6. Wir sind Natur und können für ein erfülltes Leben nicht abgegrenzt auf sie schauen. Die Trennung, die wir uns einreden, ist eine Illusion. Wir atmen dieselbe Luft, trinken dasselbe Wasser, sind aus denselben Elementen gemacht. Schützen wir die Natur, schützen wir uns selbst und alles, was uns nährt.
  7. Kein Tier, keine Pflanze, kein Tropfen Wasser existiert isoliert. Jede Handlung hat Folgen oft weit über das Sichtbare hinaus. Dieses Prinzip erinnert mich daran, dass jede meiner Handlungen in allen Lebensbereichen Wellen schlägt.
  8. In der Wildnis überlebt nicht der Stärkste, sondern der, der sich am besten an Veränderungen anpassen kann. Wer flexibel bleibt, findet immer einen Weg. Für mich heißt das: Widerstandsfähigkeit wächst aus Flexibilität, nicht aus Starrheit.
  9. Geduld bringt Ergebnisse: Ein Löwe jagt nicht ununterbrochen. Er wartet den richtigen Moment ab. In einer Welt, die sofortige Ergebnisse fordert, lehrt uns die Wildnis, dass echte Erfolge oft Zeit, Beobachtung und den Mut zum Abwarten brauchen.
  10. Ressourcen sind endlich, deshalb ist achtsames Handeln extrem wichtig. In der Natur wird nichts verschwendet. Jedes erlegte Tier, jeder gefallene Ast wird weiterverwertet. Bewusst zu konsumieren und zu wirtschaften entsteht daher aus Respekt.
  11. Respekt ist der Schlüssel zum Zusammenleben. Jedes Lebewesen hat seinen Platz und seine Rolle. Konflikte entstehen, wenn Grenzen nicht respektiert werden. Wahres Zusammenleben basiert also auf Anerkennung und Rücksicht.

Der Instinkt ist unser wertvollster Ratgeber. Im Busch kann mich Grübeln lähmen, gar lebensbedrohlich gefährden. Instinkt hingegen ist klar, direkt und ehrlich.

Was wünschst du dir für die Zukunft von Miss Guided Safaris?

Für die Zukunft von Miss Guided Safaris wünsche ich mir, dass wir durch mehr Sichtbarkeit zum Role Model für verbindenden Natur- und Menschenschutz, Female Encouragement und zielbewusste Safari-Abenteuer werden. Ich möchte, dass unsere Gäste Afrika mit allen Sinnen erleben und durch alle Emotionen fühlen. Der ungezähmte Miss Guided Safaris Vibe ist der Schlüssel zu vollkommener Präsenz, Klarheit und Purheit. Dies ist der direkte Weg in die menschliche Seele und was darin ein Zuhause findet, beschützen wir. Ich wünsche mir, dass wir weiter wachsen, ohne den Kern zu verlieren: Selbstbestimmung, Abenteuer, Naturschutz und der Mut, Grenzen zu verschieben – geografisch, kulturell und persönlich. 

Was sollen die Teilnehmenden deiner Safaris aus dieser Erfahrung mitnehmen?

Mut, Selbstvertrauen, Momente, die so intensiv sind, dass sie von Dauer sind und ein neues Gefühl von Präsenz. Viele fahren heim mit der Erkenntnis: „Ich kann mehr, als ich dachte.“ Sie haben erlebt wie organisch alles fließt, wenn man loslässt und wie wunderschön wild und innerlich kraftvoll wir sind, wenn wir dem Rhythmus der Natur folgen. 

Wir sind Natur und können für ein erfülltes Leben nicht abgegrenzt auf sie schauen. Die Trennung, die wir uns einreden,
ist eine Illusion.

Weitere spannende Interviews und Storys mit starken weiblichen Persönlichkeiten findet ihr in unserer Magazin-Kategorie „Wild Women“ – viel Spaß beim Durchstöbern und schmökern!

Wart ihr schon mal in der Wildnis unterwegs oder würdet ihr euch auf eine Safari mit Maika wagen? Was denkt ihr, ist wichtig zu berücksichtigen, wenn man als Europäer:in nach Afrika geht? Schreibt es uns in die Kommentare!

Über die Autor:in

Maike Fuchs

Ihre Leidenschaft für Outdoor Aktivitäten, Feminismus und das Schreiben führte Maike zum The Female Explorer. Wenn sie nicht gerade für ihr Philosophiestudium Bücher wälzt, ist sie am liebsten mit ihrem Gravelbike oder wandernd draußen in der Natur unterwegs.

Wilder
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