Die neue Prager Hütte

Aktuelle Klimawandel-Auswirkungen in den Alpen


Die Klimawandel-Auswirkungen treffen die Alpenregion besonders hart – 2023 ist der heißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Nicht nur die Temperaturen steigen in den Bergen doppelt so schnell, die Region kämpft auch mit Extremwetter, Gletscherschmelze und mehr. Hütten müssen aufgrund von Wassermangel vorzeitig schließen. Die Nullgradgrenze erreicht einen neuen Rekord. Straßen und Wanderwege werden wegen Erdrutschen und Überschwemmungen unpassierbar. Steinschläge und Felsabgänge sorgen für gefährliche Umstände. Dies sind nur einige Beispiele für die Klimawandel-Auswirkungen in dieser Region.

Schließung der Neuen Prager Hütte aufgrund von Wassermangel

Die Alpen sind ein beliebtes Reiseziel für Bergsteiger:innen und Wandernde, die dort vor allem die intakte Natur und Idylle als Ausgleich zur Zivilisation suchen. Doch die Klimawandel-Auswirkungen werden hier immer deutlicher spürbar. Die Neue Prager Hütte (2.796 m) in der Venedigergruppe, ein beliebtes Ziel für Wandernde, musste im Sommer 2023 aufgrund von Wassermangel vorzeitig schließen. Der Hüttenwirt erklärte gegenüber der Presse, dass hochalpine Hütten besonders anfällig für Wasserknappheit sind und diese auf den schneearmen Winter und die ausbleibenden Niederschläge zurückzuführen ist. Trotz Wassersparmaßnahmen, wie dem Schließen von Duschen, konnte der Wasserverlust nicht ausgeglichen werden. Bereits im Juli wurde der Zugang zur Neuen Prager Hütte kurzzeitig unterbrochen, als ein Wandersteg durch ein schweres Unwetter zerstört wurde.

Sonne über den Dolomiten
DAV/Silvan Metz

Klimawandel-Auswirkungen – Neuer Rekord der Nullgradgrenze

Auch die Temperaturen in den Alpen sind besorgniserregend. Der Sommer 2023 ist weltweit der heißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1940. Bezeichnend dafür ist der neueste Rekord der Nullgradgrenze, der am 25. Juli in den Schweizer Alpen gemessen wurde. Die Nullgradgrenze, also die Höhe, ab der es dauerhaft unter null Grad Celsius bleibt, lag bei über 5.184 m, über dem höchsten Gipfel der Alpen, dem Mont Blanc (4.807 m). Die Tendenz ist steigend. Das bedeutet, dass der Ganzjahresschnee auch auf den höchsten Gipfeln schmilzt.

Ebenso befeuert der Temperaturanstieg die Gletscherschmelze und das Auftauen des Permafrostbodens. Das führt zu einer erhöhten Eis- und Gerölllawinengefahr sowie instabilen Felsen, wodurch die Steinschlaggefahr steigt – die Behörden und der Alpenverein gaben „Alarmstufe Rot“ für viele Bergsteiger- und Kletterrouten. In den Dolomiten sind diesen Sommer viele Felsen abgebrochen, so z. B. am Langkofel nahe der Seiser Alm. Vor kurzem erst brach ebenso ein massives Stück Fels von der Eigernordwand ab und zerstörte einige Kletterrouten.

DAV/Marco Kost
DAV/Marco Kost

Extremwetter und Schneemangel

Nach der Hitzewelle im Hochsommer kam es Ende August zu einem Wettereinbruch, mit dem die Schneefallgrenze plötzlich auf 2.000 m sank und der viele Bergsteiger:innen in brenzlige Situationen brachte. Durch den plötzlichen Neuschnee überrascht, mussten an der Zugspitze einige Personen von der Bergrettung geborgen werden. Außerdem kam es zu gravierenden Unwettern mit Starkregen und Überschwemmungen. Teilweise wurden Straßen in Tirol und Bayern überschwemmt und weggerissen. Auch die vermehrten Extremwetterereignisse werden dem Klimawandel zugeschrieben. Vor kurzem erschien eine neue Klimastudie – darin warnen Forscher:innen davor, dass es bald nicht mehr genug Schnee für den Wintersport geben wird.

Mehr Klimaschutz für den Erhalt der Alpen

Die Klimawandel-Auswirkungen in den Alpen sind alarmierend. Es ist dringend notwendig, dass wir uns alle für den Schutz unseres Planeten einsetzen und Maßnahmen ergreifen, um den Klimawandel zu bekämpfen. Wir müssen uns bewusst machen, dass alle unsere Handlungen wie unsere Ernährung, unser Konsumverhalten und unsere Mobilität Auswirkungen auf die Umwelt haben. Wir können alle unseren Teil dazu beitragen, und sei er noch so klein. Wenn jeder nachhaltiger lebt, dann summiert sich das eingesparte CO2, was im Endeffekt wirklich einen Unterschied macht.

Nicht nur wir wollen in der Zukunft das Naturparadies Alpen genießen, sondern auch zukünftige Generationen. Dazu gehören natürlich auch größere Maßnahmen, die allen voran in den Händen der Politik und Wirtschaft liegen. Setzt euch ein für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, die Förderung erneuerbarer Energien und unterstützt Projekte gegen den Klimawandel. Nur so können wir die Schönheit und die Vielfalt der Alpen und ihrer Natur für die Zukunft bewahren.

Wenn ihr mehr zum Thema Wintersport in Zeiten des Klimawandels erfahren möchtet, holt euch die neueste Ausgabe unseres Magazins (erhältlich ab Mitte Oktober 2023).

Bist du schon aktiv im Klimaschutz oder hast tolle Ideen? Schreibe uns gerne in die Kommentare!

Über die Autor:in

Simone Balser

Simone ist studierte Archäologin, arbeitet als Yogalehrerin, Content Creatorin und entdeckt die Welt, wenn sie nicht grade wandert, mit ihrem Van.

Wilder
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